Überfachliche Kompetenzen: Warum Lernen nicht mit Fachwissen beginnt
Der grösste Denkfehler der Schule: Wir fördern Fachwissen, bevor die Grundlage dafür gelegt ist. Und lassen dabei überfachliche Kompetenzen aus dem Blick.
Es gibt Kinder, die könnten rechnen. Sie verstehen die Aufgabe. Sie haben die nötigen Fähigkeiten. Und trotzdem kommen sie nicht ins Arbeiten. Sie beginnen nicht oder verlieren nach wenigen Minuten die Konzentration. Sobald etwas schwierig wird, geben sie auf. Manche vergessen ihre Materialien, geraten immer wieder in Konflikte oder sind nach einem Fehler so enttäuscht von sich selbst, dass sie gar nicht mehr weitermachen möchten.
Von aussen betrachtet wirkt es oft so, als hätten diese Schülerinnen und Schüler fachliche Schwierigkeiten. Also reagieren wir genau dort. Wir vereinfachen Arbeitsblätter und erstellen Förderpläne. Wir differenzieren Aufgaben und üben noch einmal. All das geschieht mit den besten Absichten. Doch manchmal bearbeiten wir damit gar nicht die eigentliche Ursache.
Denn Lernen beginnt nicht mit Mathematik. Es beginnt auch nicht mit Lesen oder Rechtschreibung. Lernen beginnt viel früher. Es beginnt in dem Moment, in dem ein Kind sich zutraut, eine Herausforderung anzunehmen. In dem Moment, in dem es nach einem Fehler weiterarbeitet. Es beginnt auch dann, wenn ein Kind Hilfe holen kann, statt aufzugeben. Wenn es die eigenen Gefühle wahrnimmt und Verantwortung für den nächsten Schritt übernimmt. Genau dort entstehen die Voraussetzungen dafür, dass fachliches Lernen gelingen kann.
Deshalb haben wir bei Pädagogik+ und bei der Entwicklung unserer Eisberg-Methode eine bewusste Entscheidung getroffen. Wir wollten nicht mit Mathematik oder Deutsch beginnen. Wir wollten auch nicht zuerst auf ein weiteres fachliches Lernziel schauen. Wir wollten mit dem Menschen beginnen. Mit den überfachlichen Kompetenzen. Mit dem, was unter der Wasseroberfläche liegt und im Schulalltag so oft unsichtbar bleibt. Du möchtest du mehr dazu erfahren, dann findest du hier alle Infos zu unserer Eisberg-Methode.
In diesem Beitrag erfährst du, was überfachliche Kompetenzen sind und wie du sie im Unterricht fördern kannst.
Lies jetzt unbedingt weiter.
Was sind überfachliche Kompetenzen überhaupt?
Überfachliche Kompetenzen sind Fähigkeiten, die Kinder nicht nur in einem einzelnen Schulfach benötigen. Sie helfen ihnen dabei, ihr Lernen zu organisieren, mit Herausforderungen umzugehen und mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten.
Ein Kind braucht überfachliche Kompetenzen, wenn es eine Aufgabe selbstständig beginnen möchte. Es braucht sie, wenn es merkt, dass der erste Lösungsweg nicht funktioniert. Auch beim Zuhören, beim Einholen von Hilfe oder im Umgang mit einem Konflikt spielen diese Fähigkeiten eine wichtige Rolle.
Der Unterschied zu fachlichen Kompetenzen wird an einem einfachen Beispiel deutlich:
Zu wissen, wie eine mathematische Textaufgabe gelöst wird, ist eine fachliche Kompetenz. Die Aufgabe sorgfältig zu lesen, einen Lösungsweg zu planen und bei einer Schwierigkeit nicht sofort aufzugeben, betrifft überfachliche Kompetenzen.
Fachliches Wissen allein reicht also nicht immer aus. Kinder müssen dieses Wissen auch anwenden können. Dafür brauchen sie Fähigkeiten, die über das einzelne Unterrichtsfach hinausreichen.
Überfachliche Kompetenzen im Lehrplan 21
Diese Sichtweise ist keineswegs neu. Wer einen Blick in den Lehrplan 21 wirft, erkennt schnell, welche Bedeutung den überfachlichen Kompetenzen zugeschrieben wird.
Der Lehrplan 21 unterscheidet zwischen personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen. Diese Bereiche lassen sich nicht klar voneinander trennen. Sie überschneiden sich und wirken in vielen Situationen gleichzeitig.
- Personale Kompetenzen betreffen den Umgang mit sich selbst. Dazu zählt die Fähigkeit, über das eigene Verhalten und Lernen nachzudenken. Auch Selbstständigkeit und Eigenständigkeit gehören in diesen Bereich. Ein Kind zeigt personale Kompetenzen, wenn es die eigenen Stärken kennt oder einen Fehler untersuchen kann, ohne sich selbst abzuwerten. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, den eigenen Lernweg einzuschätzen und daraus einen nächsten Schritt abzuleiten.
- Soziale Kompetenzen zeigen sich im Miteinander. Der Lehrplan nennt die Dialog und Kooperationsfähigkeit sowie die Konfliktfähigkeit. Auch der Umgang mit Vielfalt gehört dazu. Dabei geht es nicht nur darum, freundlich miteinander umzugehen. Kinder müssen lernen, die eigene Meinung verständlich auszudrücken und anderen zuzuhören. Sie sollen Konflikte ansprechen können und nach Lösungen suchen, die nicht auf Kosten anderer gehen.
- Methodische Kompetenzen helfen Kindern dabei, Informationen zu erschliessen und Aufgaben zu bewältigen. Dazu gehört die Sprachfähigkeit. Auch der gezielte Umgang mit Informationen und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, werden diesem Bereich zugeordnet.
Diese Fähigkeiten werden nicht losgelöst vom Unterricht aufgebaut. Sie entwickeln sich während der Arbeit an fachlichen Inhalten und im täglichen Zusammenleben in der Schule. Der Lehrplan 21 macht deshalb deutlich, dass fachliche und überfachliche Kompetenzen miteinander verknüpft sind. Überfachliche Kompetenzen bilden nicht einfach eine Vorstufe, die zuerst abgeschlossen werden muss. Fachliches Lernen und die Entwicklung überfachlicher Kompetenzen beeinflussen sich gegenseitig.
Ein Kind entwickelt beispielsweise seine Selbstständigkeit, während es an einer Mathematikaufgabe arbeitet. Es stärkt seine Kooperationsfähigkeit bei einer gemeinsamen Aufgabe. Und es übt Selbstreflexion, wenn es nach einer Arbeit darüber nachdenkt, was bereits gut funktioniert hat.
Personale, soziale und methodische Kompetenzen ziehen sich deshalb durch sämtliche Fachbereiche. Sie gehören zum verbindlichen Bildungsauftrag und werden während der gesamten Schulzeit weiterentwickelt.
Eigentlich wissen wir das längst. Und trotzdem erleben wir im Schulalltag etwas ganz anderes.
Da gibt es im Herbst eine Unterrichtseinheit zum Thema Gefühle. Vielleicht gestalten die Schülerinnen und Schüler ein Gefühlsrad oder sprechen darüber, wie sich Wut anfühlt. Im Winter folgt eine Lektion über Konflikte. Später beschäftigen wir uns vielleicht mit Lernstrategien. Alles wichtige Themen. Doch danach verschwinden sie wieder.
Zwischen Mathematik, Deutsch, NMG und den vielen organisatorischen Aufgaben bleibt kaum Zeit, diese Kompetenzen kontinuierlich zu begleiten. Dabei würde niemand erwarten, dass ein Kind nach einer einzigen Mathematiklektion sicher multiplizieren kann.
Warum glauben wir dann, dass Selbstvertrauen, Konzentration, Frustrationstoleranz oder Verantwortungsbewusstsein nach einer einzelnen Unterrichtseinheit entstehen?
Überfachliche Kompetenzen brauchen Zeit
Überfachliche Kompetenzen entwickeln sich nicht an einem Projekttag. Sie wachsen in unzähligen kleinen Momenten. In einem Gespräch über eine schwierige Aufgabe. In einer Rückmeldung, die dem Kind hilft, den eigenen Lernweg zu verstehen. Auch eine konkrete Vereinbarung für den nächsten Tag kann etwas in Bewegung bringen.
Diese Fähigkeiten entstehen durch Wiederholung. Kinder brauchen immer wieder die Gelegenheit, eine Strategie auszuprobieren und ihre Erfahrungen zu reflektieren. Genau wie fachliche Kompetenzen werden auch überfachliche Kompetenzen über längere Zeit aufgebaut. Der Lehrplan 21 spricht in diesem Zusammenhang von einem kontinuierlichen und längerfristigen Kompetenzerwerb. Eine einzelne Unterrichtseinheit reicht dafür nicht aus.
Ein Kind kann beispielsweise wissen, dass eine kurze Pause bei Überforderung hilfreich ist. Das bedeutet aber noch nicht, dass es diese Strategie im entscheidenden Moment selbstständig einsetzen kann. Zuerst braucht es Unterstützung durch eine erwachsene Person. Später erkennt das Kind die Situation vielleicht selbst und erinnert sich an die vereinbarte Strategie. Mit der Zeit kann daraus eine Handlung werden, auf die es auch in neuen Situationen zurückgreift.
Deshalb müssen überfachliche Kompetenzen im Unterricht immer wieder aufgegriffen werden. Nicht als zusätzliches Fach und nicht nur dann, wenn gerade ein Problem auftritt. Sie gehören mitten in den Schulalltag.
Wie lassen sich überfachliche Kompetenzen im Unterricht fördern?
Die Förderung überfachlicher Kompetenzen muss nicht bedeuten, dass noch mehr Inhalte in einen bereits vollen Stundenplan gepackt werden. Oft beginnt sie mit einem bewussteren Blick auf Situationen, die ohnehin jeden Tag stattfinden.
Bei einer Gruppenarbeit kann die Lehrperson nicht nur auf das Ergebnis achten. Sie kann mit den Kindern auch besprechen, wie die Zusammenarbeit funktioniert hat.
Nach einer schwierigen Aufgabe kann sie nicht nur die richtige Lösung zeigen. Sie kann fragen, was dem Kind geholfen hat und an welcher Stelle es nicht mehr weiterwusste.
So wird das Lernen selbst zum Thema.
Hilfreich ist es, eine überfachliche Kompetenz möglichst konkret zu benennen. Ein allgemeines Ziel wie
«Ich möchte besser lernen»
ist für ein Kind kaum greifbar.
Viel hilfreicher ist eine Frage wie:
«Was hilft dir dabei, mit einer Aufgabe zu beginnen?»
Auch diese Frage kann weitergeführt werden:
«Woran würdest du morgen merken, dass es etwas besser klappt?»
Dadurch entsteht aus einem grossen Thema ein beobachtbarer nächster Schritt.
Wichtig ist auch, nicht vorschnell die Persönlichkeit des Kindes zu bewerten. Der Satz «Du bist unkonzentriert» beschreibt das Kind, hilft ihm aber kaum weiter. Konkreter wäre: «Ich habe beobachtet, dass du nach dem ersten Auftrag oft zu den anderen schaust und dann nicht mehr weisst, wo du warst.» An einer solchen Beobachtung kann gemeinsam gearbeitet werden. Das Verhalten wird sichtbar, ohne das Kind darauf festzulegen.
Überfachliche Kompetenzen lassen sich auch durch kurze Reflexionen begleiten. Dabei braucht es nicht immer ein langes Lerngespräch. Manchmal reicht eine Frage am Ende der Lektion:
«Was hat dir heute geholfen, dranzubleiben?»
Oder:
«Was möchtest du bei der nächsten Aufgabe anders versuchen?»
Entscheidend ist, dass solche Fragen regelmässig gestellt werden und die Antworten nicht folgenlos bleiben. Das Kind sollte erleben, dass seine Überlegungen im weiteren Unterricht aufgegriffen werden.
Auch die Einschätzung überfachlicher Kompetenzen sollte sich auf konkrete Situationen beziehen. Nicht die Persönlichkeit wird beurteilt, sondern das sichtbare Verhalten in einer bestimmten Lernsituation. Dabei kann die Wahrnehmung der Lehrperson mit der Selbsteinschätzung des Kindes verbunden werden. So entsteht ein Gespräch darüber, was bereits gelingt und woran weitergearbeitet werden kann.
Eine langfristige Förderung braucht deshalb wiederkehrende Lerngelegenheiten und nachvollziehbare Ziele. Auch Rückmeldungen und die gemeinsame Reflexion gehören dazu. Das Zürcher Dossier zur Förderung überfachlicher Kompetenzen empfiehlt, fachliche und überfachliche Ziele gemeinsam zu planen und die Entwicklung in unterschiedlichen Lernsituationen zu beobachten. Genau hier setzen Lern und Coachinggespräche an.
Du möchtest bestens vorbereitet in das nächste Lerngespräch gehen? Dann nutze jetzt die Chance und melde dich für 0 CHF zu unserem Lerngespräche-Workshop an. Noch sind ein paar letzte Plätze frei. Einfach hier klicken und mehr erfahren.
Wie wir mit Eisberg überfachliche Kompetenzen sichtbar machen
Du hast nun viel zu überfachlichen Kompetenzen erfahren und es ist klar: Es geht nicht ohne! Und genau deshalb beginnen wir bei Eisberg nicht mit Fachkompetenzen. Der Eisberg ist ein digitales Gesprächs und Reflexionsinstrument. Er unterstützt Lehrpersonen dabei, mit Kindern über Themen zu sprechen, die im Unterricht eine grosse Wirkung haben, aber nicht immer sofort sichtbar sind. Er begleitet Kinder Schritt für Schritt durch fünf Lebensbereiche:
- Lernweg
- Miteinander
- Wohlbefinden
- Selbstvertrauen
- Motivation
Hinter jedem Bereich stehen sorgfältig aufgebaute Gesprächsfragen und Reflexionsimpulse. Daraus können kleine Entwicklungsschritte entstehen, die Kinder über längere Zeit begleiten. Nicht einmalig, sondern kontinuierlich.
Wir wollen dir ein Beispiel geben, damit du dir mehr unter Eisberg vorstellen kannst: Vor einigen Wochen erhielten wir eine Rückmeldung einer Lehrperson, die den Eisberg in einem Lerngespräch eingesetzt hatte. Zu Beginn des Gesprächs bat sie ihre Schülerin, ihre Konzentration auf einer Skala von eins bis zehn einzuschätzen.
Das Mädchen zeigte auf die Drei.
«Dann müssen wir daran arbeiten, dass du dich besser konzentrierst.»
Gemeinsam öffneten sie den Bereich «Lernweg», wählten das Unterthema Konzentration aus und liessen sich passende Gesprächsfragen anzeigen.
Die erste Frage lautete:
«Wann kannst du dich gut konzentrieren?»
Das Mädchen dachte einen Moment nach.
«Wenn ich genau weiss, was ich machen muss und es nicht so laut ist.»
Die nächste Frage führte noch etwas tiefer.
«Was lenkt dich im Unterricht am meisten ab?»
«Wenn jemand mit mir spricht oder wenn ich höre, was die anderen machen. Dann höre ich automatisch zu und vergesse meine Aufgabe.»
Die Lehrperson stellte noch eine weitere Frage.
«Was könnte dir morgen helfen, dich ein kleines bisschen besser zu konzentrieren?»
Diesmal kam die Antwort sofort.
«Wenn ich zuerst nur den ersten Auftrag fertig mache. Ich glaube, ich schaue viel zu oft, was die anderen machen.»
Aus diesem Gespräch entstand kein grosses Förderprogramm. Es entstand ein kleiner nächster Schritt. Gemeinsam formulierten sie zunächst den Wunsch.
«Ich möchte mich im Unterricht besser konzentrieren.»
Dann überlegten sie, was dadurch besser werden würde.
«Ich schaffe mehr Aufgaben und bin am Schluss stolz auf mich.»
Anschliessend sprachen sie über das Hindernis.
Das Mädchen wusste sofort, was schwierig werden könnte.
«Wenn meine Freunde sprechen, schaue ich automatisch hin.»
Also entwickelten sie gemeinsam einen Plan.
«Wenn ich merke, dass ich zu den anderen schauen möchte, lege ich kurz meine Hand auf mein Heft, atme einmal tief durch und lese den nächsten Satz weiter.»
Für die kommende Woche vereinbarten sie einen konkreten messbaren Schritt.
In mindestens drei Unterrichtslektionen wollte das Mädchen bewusst merken, dass sie ihre Aufmerksamkeit wieder zurück zur Aufgabe gelenkt hatte.
Zum Abschluss durfte sie noch einen Mutmachsatz auswählen.
Sie entschied sich für:
«Kleine Schritte zählen.»
Dazu wählte sie ein Bild, das sie durch die Woche begleiten sollte.
Es zeigte einen kleinen Bergsteiger auf einem schmalen Weg. Der Gipfel lag noch weit entfernt. Doch hinter ihm war bereits ein Stück des Weges sichtbar.
Das Bild erinnerte sie jeden Tag daran, dass niemand einen Berg mit einem einzigen grossen Sprung erklimmt. Jeder Schritt bringt uns ein Stück weiter.
Einige Tage später schrieb uns die Lehrperson:
«Am meisten beeindruckt hat mich nicht das Ziel. Es war der Moment, in dem das Kind selbst ausgesprochen hat, woran es arbeiten möchte. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass das Ziel wirklich ihr gehörte. Ich musste sie nicht überzeugen. Sie wollte selbst den nächsten Schritt gehen.»
Genau das wünschen wir uns mit dem Eisberg.
Nicht, dass Lehrpersonen bessere Antworten geben. Sondern dass Schülerinnen und Schüler beginnen, ihre eigenen Antworten zu finden.
Was dieses Gespräch mit überfachlichen Kompetenzen zu tun hat
Auf den ersten Blick ging es in diesem Gespräch um Konzentration. Unter der Oberfläche passierte jedoch noch mehr. Das Mädchen begann, die Bedingungen für das eigene Lernen zu
verstehen. Es erkannte, wodurch seine Aufmerksamkeit verloren ging
und was ihm helfen könnte. Damit arbeitete es an seiner Selbstreflexion. Es formulierte ein eigenes Ziel und entwickelte einen konkreten
Umgang mit einer schwierigen Situation. Dadurch übernahm es
zunehmend Verantwortung für den eigenen Lernweg. Die Lehrperson gab nicht vor, was das Kind tun musste. Sie
unterstützte es dabei, eine passende Lösung zu finden.
Genau darin liegt eine wichtige Aufgabe bei der Förderung
überfachlicher Kompetenzen.
Kinder brauchen Begleitung. Sie brauchen aber auch den Raum,
eigene Zusammenhänge zu erkennen und Entscheidungen mitzutragen. Ein Ziel wirkt anders, wenn es nicht nur von einer erwachsenen
Person formuliert wurde. Es wird zu einem Ziel, das dem Kind selbst gehört.
Fachliches Lernen und überfachliche Kompetenzen gehören zusammen
Überfachliche Kompetenzen ersetzen keine fachliche Förderung. Ein Kind, das Schwierigkeiten mit dem Rechnen hat, braucht weiterhin gute Erklärungen und passende Aufgaben. Auch gezieltes Üben bleibt wichtig. Doch fachliche Unterstützung greift manchmal zu kurz, wenn nicht berücksichtigt wird, wie ein Kind an eine Aufgabe herangeht.
Kann es beginnen?
Weiss es, was es tun kann, wenn es nicht weiterkommt?
Traut es sich, nachzufragen?
Kann es einen Fehler aushalten, ohne das eigene Können grundsätzlich infrage zu stellen?
Solche Fragen entscheiden mit darüber, ob fachliches Lernen tatsächlich stattfinden kann. Deshalb sollten wir nicht zwischen Fachwissen und überfachlichen Kompetenzen wählen. Wir müssen beides zusammendenken.
Wenn ein Kind lernt, den eigenen Lernweg besser zu verstehen, verändert sich nicht nur ein einzelnes Verhalten. Es gewinnt etwas, das es auch bei der nächsten Aufgabe und in einem anderen Fach nutzen kann. Genau dort beginnt nachhaltiges Lernen.
Häufige Fragen zu überfachlichen Kompetenzen
Was sind überfachliche Kompetenzen?
Überfachliche Kompetenzen sind Fähigkeiten, die Kinder in verschiedenen Fächern und Lebenssituationen benötigen. Sie betreffen den Umgang mit sich selbst und das Lernen mit anderen. Auch Strategien zur Bearbeitung von Aufgaben gehören dazu.
Welche überfachlichen Kompetenzen nennt der Lehrplan 21?
Der Lehrplan 21 unterscheidet personale, soziale und methodische Kompetenzen. Dazu gehören unter anderem Selbstreflexion und Selbstständigkeit. Im sozialen Bereich spielen die Zusammenarbeit und der Umgang mit Konflikten eine wichtige Rolle. Bei den methodischen Kompetenzen geht es beispielsweise um die Nutzung von Informationen und das Lösen von Aufgaben.
Was ist der Unterschied zwischen fachlichen und überfachlichen Kompetenzen?
Fachliche Kompetenzen beziehen sich auf Wissen und Fähigkeiten innerhalb eines bestimmten Fachbereichs. Überfachliche Kompetenzen helfen Kindern dabei, dieses Wissen anzuwenden und ihren Lernprozess zu gestalten.
Wie können Lehrpersonen überfachliche Kompetenzen fördern?
Überfachliche Kompetenzen werden vor allem dann gefördert, wenn Kinder ihr Lernen bewusst wahrnehmen. Hilfreich sind konkrete Reflexionsfragen und regelmässige Lerngespräche. Auch erreichbare Ziele und Rückmeldungen zu beobachtbaren Situationen unterstützen die Entwicklung.
Möchtest du lernen, wie solche Lern- und Coachinggespräche gelingen?
Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass wir Kinder oft gar nicht motivieren oder überzeugen müssen. Viel wichtiger ist es, die richtigen Fragen zu stellen und aufmerksam zuzuhören. Anschliessend kann gemeinsam ein kleiner nächster Schritt entwickelt werden. Genau darum geht es in unserem kostenfreien Online Training.
Lern und Coachinggespräche führen, die nachhaltig wirken
In diesem Live-Workshop für 0 CHF erfährst du, warum viele Gespräche zwar angenehm sind, aber kaum etwas verändern. Du lernst, wie du Gespräche so strukturierst, dass Kinder selbst Verantwortung übernehmen.
Wir schauen uns an, welche Fragen echte Reflexion ermöglichen und wie daraus erreichbare Ziele entstehen können. Ausserdem zeigen wir dir, wie der Eisberg dich in solchen Gesprächen Schritt für Schritt unterstützt.
Wenn du Lern- und Coachinggespräche führen möchtest, die Kinder nachhaltig stärken und ihre Entwicklung langfristig begleiten, dann melde dich kostenlos an und sichere dir deinen Platz.
Quellen und weiterführende Links:
Lehrplan 21. Kompetenzorientierung
https://www.lehrplan21.ch/kompetenzorientierung
Lehrplan 21. Überfachliche Kompetenzen
https://v-fe.lehrplan.ch/101e200yGnT3HcyAUfzJvnSHZFXXTq
Kanton Zürich. Fachbereiche und Module im Lehrplan 21
https://www.zh.ch/de/bildung/informationen-fuer-schulen/informationen-volksschule/volksschule-schulinfo-unterricht/fachbereiche-und-module.html
Bildungsdirektion Kanton Zürich. Überfachliche Kompetenzen stärken. Ein Dossier für Lehrpersonen und Schulleitungen
https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/bildung/informationen-fuer-schulen/informationen-fuer-die-volksschule/unterricht/fachbereiche-module-lp21/dossier_ueberfachliche_kompetenzen_staerken.pdf
